20 Jahre ASB in Jena
Wenn eine betagte Dame ihren 20. Geburtstag feiert, mag das ein Schmunzeln hervorrufen. Beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Jena ist es die pure Wahrheit: In diesen Tagen jährt sich die Gründung der Hilfsorganisation in der Saalestadt zum 20. Mal. Anfang September 1990 fanden sich 20 Enthusiasten zusammen, um den Kreisverband aus der Taufe zu heben. Die Geschichte des ASB in unserer Stadt reicht jedoch noch viel weiter zurück, denn bereits am 17. April 1913, also vor gut 97 Jahren, wurde die Kolonne Jena, wie es damals hieß, gegründet. Allerdings bestand sie nur 20 Jahre, dann verboten die Nationalsozialisten den ASB. Nach 1945 verweigerten die neuen Machthaber die Zulassung, so dass 57 Jahre auf die Wiedergründung des ASB Jena gewartet werden musste.
Der Neustart 1990 wurde durch ein besonderes Ereignis in der Jenaer Frauenklinik angestoßen. Weil dort während einer Operation der OP-Tisch, Baujahr 1908, zusammenbrach, bat Klinikdirektor Prof. Dr. Dieter Stech einen Bekannten aus Darm-stadt um Hilfe. Und die kam prompt: Am 26. Januar standen ASB-Mitarbeiter aus Hessen mit zwei großen Transportern in der Bachstraße, mit einem OP-Tisch, zwei Sonar-Coronargeräten, einem tragbaren EKG und mehreren OP-Lampenständern. „Eine solche Bereitschaft zur schnellen und unkomplizierten Hilfe für unsere Mitmenschen ist das Leitmotiv des ASB Jena“, erklärt Kreisvorsitzender Dr. Jens Dawczynski. Dies habe den Kreisverband von Anfang an und durch alle Höhen und Tiefen der vergangenen 20 Jahre begleitet.
Die Bilanz ist dabei beeindruckend: Aus einem kleinen Verein, der schrittweise im Rettungsdienst und in der Wohlfahrtspflege aktiv wurde, ist inzwischen ein anerkannter Kreisverband mit mehr als 1.800 Mitgliedern und 93 Mitarbeitern geworden. Der ASB ist Träger der Kindertagesstätte „Tausendfüßler“, sichert einen erheblichen Teil des Rettungsdienstes in und um Jena ab, engagiert sich beim innerklinischen Krankentransport für das Universitätsklinikum, organisiert gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung den Kassenärztlichen Notfalldienst, betreibt eine Sozialstation, sichert Veranstaltungen sanitätsmäßig ab, bildet zahlreiche Menschen in Erster Hilfe aus und ist ein anerkannter Partner im Katastrophenschutz. Vor kurzem hat der ASB Jena das Gebäude der ehemaligen Kindertagesstätte in der Frauengasse übernommen und wird hier im nächsten Jahr eine Kindertagesstätte mit 115 Plätzen eröffnen.
Tagtäglich sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ASB Jena unterwegs, um Menschen in Notlagen aktiv zu helfen. „Ohne die Unterstützung unserer Mitglieder und unserer zahlreichen Partner wäre das nicht möglich“, schätzt Dr. Jens Dawczynski ein. Deshalb sei der 20. Geburtstag auch ein guter Anlass, um Danke zu sagen: an alle ehrenamtlich Engagierten, an die Stadtverwaltung, die Kostenträger und an alle Unternehmen, die den ASB beim Erreichen seiner Ziele unterstützen. Der ASB Jena fühle sich als Teil eines Netzwerkes, das der Stadt Jena ein soziales Gesicht verleiht.

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